Epistula

Hier finden sich regelmäßig Nachrichten aus der Unipfarre und die Veröffentlichung der aktuellen Predigtreihe. Dies hier ist aber auch ein Freiraum für eigene Beiträge. Wenn Du einen Text beitragen möchtest, ein Gebet, Gedanken, schreibe uns einfach an office@unipfarre.at

Willst Du einen epistula-Newsletter nachlesen? 
Jänner 2017, Februar 2017, Sondernummer 1, März 2017, April 2017, Mai/Juni 2017, September 2017, Oktober 2017, November 2017, Dezember 2017

Jänner 2018, Februar 2018, März 2018, April 2018, Mai 2018, Juni 2018, Oktober 2018, November 2018, Dezember 2018

Jänner 2019Februar 2019März 2019April 2019Mai 2019Juni 1019Oktober 2019November 2019

Was kann ich tun?

Was kann ich tun, um besser, glücklicher zu leben? Was kann ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? Wenn wir an Gottes Wirken, also seine Gnade denken, dann stellt sich die Frage, was unser Beitrag sein muss.
An Allerheiligen denken wir an jene, die ihren irdischen Weg schon beendet haben. Was haben sie getan, was hat sie geleitet? In dem ersten Johannesbrief lesen wir nüchtern, dass das nicht zu wissen ist. Was wir sein werden, ist noch nicht offenbar, wie also dann sich danach richten? Doch sollten wir wohl darauf schauen, was für Begabungen und Fähigkeiten wir haben. Für jede einzelne können wir seliggepriesen werden. Alle zusammen helfen uns hier besser zu leben
Doch sollte der Blick nicht nur unseren Talenten gelten, sondern auch unseren Schwächen. Mancher ist klein wie der Zollpächter Zachäus, an Statur und an Bedeutung. Jesus nimmt ihn so an, wie er ist, und deshalb kann Zachäus über sich hinauswachsen. Er wird frei.
Die Sadduzäer fragen Jesus, wem die Frau gehören wird, die siebenmal verheiratet war. Wem gehören wir, für wen brennen wir? Wenn wir an diesem Sonntag, dem 10.11. der Novemberpogrome gedenken, kann die Frage nach den Fehlgeleiteten, den Mitläufern oder überzeugt (böse) Handelnden nicht ausbleiben.
Die Menschheitsgeschichte ist voll von schlimmen Zeiten. Was ist dann zutun? Jedes Jahr am Ende des Kirchenjahres stellen uns die Texte im Gottesdienst vor diese Frage, was ist zu tun, wenn es noch schlimmer kommt? Von Naturkatastrophen bis zu menschlich verursachten Umwelt- und Klimakatastrophen oder Finanzkrisen haben wir schon vieles erlebt und werden wir noch manches erleben. Teilweise ließe sich gegensteuern – vorher.
Die Botschaft Jesu ist klar: anders leben und anderes leben. Das wäre die Antwort. Er ist der Messias und nicht der König der Juden. Wir feiern ihn als den Christkönig. Wie zeigt sich das in unserem Leben, Handeln, Sprechen?
 

Auf der Sonnenseite des Lebens

Glücklich, wen die Geburt, das eigene Können oder das der Eltern auf die Sonnenseite des Lebens gebracht hat. Wer also reich, gesund und bei Verstand ist, hat keine Sorgen – oder doch. Die Evangelien der nächsten fünf Sonntag zeigen uns, dass daraus ganz eigene Sorgen oder Fragestellungen entstehen können.
Die scheinbare Sonnenseite hier, kann die Nacht im anderen Leben zur Folge haben. An was haben wir uns alles gewöhnt, was brauchen wir nicht alles, weil wir schon alles haben.
Dankbarkeit für das was wir haben, Leben als Dienst ist nicht so einfach, schließlich könnte es immer noch mehr sein. Auch ohne gleich an Korruption zu denken, wollen wir uns manchmal „Rechte“ bei  Gott erwerben.
Wir bedanken uns überschwänglich beim Arzt, der uns geheilt, beim Chirurgen, der uns operiert hat. Der Anästhesist geht schon leer aus. Das unsere Heilung auch etwas mit  Gott zu tun haben könnte, blenden wir ganz und gar aus. Die Sonnenseite des Lebens haben wir uns erworben.
Glücklich, wer in einem Rechtsstaat lebt, glücklich, wem Recht gesprochen wird. Manchmal geschieht dies durch Menschen widerwillig. Erfahren wir Gottes Tun, erfahren wir Gottes tun als gerecht machend?
Gott sei es gedankt, dass ich anders bin als die anderen Menschen – das denkt sich der Pharisäer, dafür dankt er Gott und zeigt damit, dass er nichts verstanden hat. Auch in der Frömmigkeit gibt es Hybris.
 

Konsequenzen

Christi Himmelfahrt hat Konsequenzen für die Jünger. Sie sind nun endgültig auf sich gestellt, auch wenn sie nicht allein gelassen sind. Der Geist Gottes wurde ihnen gegeben. Zu Pfingsten wird dies gefeiert. Die Geistgabe ermutigt und stärkt sie fortan ihren Glauben auszubreiten. 

Da sie nun diesen Geist empfangen haben, sind sie  bereit für "die ganze Wahrheit", wie wir am Dreifaltigkeitssonntag hören werden. Dies Wahrheit  stellt sich im Blick auf das Fest als sehr schwierig heraus. Wie sind Vater, Sohn und Geist zu verstehen, aufeinander bezogen und für unser Leben relevant?

Am Sonntag danach sagt uns Paulus im Galaterbrief, wir alle seien "durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus". Im Evangelium stellt Jesus die Frage, für wen ihn die Leute halten. Wer sind wir als Christen? Wie zeigt sich das im Leben, das andere uns als Christen erkennen. das verlangt konsequentes Leben und hat für unser Leben Konsequenzen.

Am Herz-Jesu-Sonntag wird uns dafür ein Hinweis gegeben. Als Christen sollen wir Freude am Wohlergehen der anderen haben. Freude, weil sich jemand wieder gefunden hat, jemand gefunden wurde. In der Freude für andere wird auch Jesus weites Herz erkennbar. Dieses sollen auch wir annehmen.