Epistula

Wir haben unsere "epistula" von Print auf Online umgestellt. Hier finden sich regelmäßig Nachrichten aus der Unipfarre und die Veröffentlichung der aktuellen Predigtreihe. Dies hier ist aber auch ein Freiraum für eigene Beiträge. Wenn Du einen Text beitragen möchtest, ein Gebet, Gedanken, schreibe uns einfach an office@unipfarre.at

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Gebote

Jesus fordert radikale Trennung von den Dingen, die uns verführen. Das Wort vom Mühlstein um den Hals, das Abhacken der Hand oder des Fußes, das Ausreißen des Auges, all das klingt radikal und unerträglich. Dieses scheinbar unmenschliche Gebot kann durch unsere eigenen Erfahrungen eine neue Deutung erhalten. Es ist leichter uns von dem, was uns „verführt“ ganz zu trennen, als zu meinen, wir müssten nur besser achtgeben, wir könnten uns irgendwie arrangieren.
Das Gebot des darauffolgenden Sonntags ist das Gebot des Beisammenbleibens. Gott hat man und Frau geschaffen, sie sollen sich nicht wieder trennen. Die Treue zum eigenen Weg, mit allen Schwierigkeiten und Hindernissen ist so wie ein Kind anzunehmen, von dem man nicht weiß, wie es sich entwickeln wird, wohin es gehen wird. Das Kind also um seiner selbst willen annehmen.
Dem Beisammenbleiben steht das Gebot gegenüber loszulassen, die eigenen Talente, Hab und Besitz. Das fällt manchen sehr schwer. Das Geschenk dafür ist das Himmelsreich, geglücktes Leben hier und jetzt. Was gilt es loszulassen, um frei zu werden für das wichtige im Leben.
Unsere Verantwortung in der Gesellschaft kann man nicht wahrnehmen, indem man sich um die vordersten Plätze streitet, sie realisiert sich nur im Dienst. Doch ist nicht all unser Tun auch ein Dienst, eine Hilfe für andere, manchmal dienen wir nur uns selbst, unseren Egoismen. Jesus erwartet ein selbstloses Dienen. Schaffen wir es, auch dieses Gebot ernst zu nehmen?

Leben haben

Wir alle wollen leben, nicht nur gut (im Sinne von Wohlstand), sondern auch glücklich. Unser Leben soll glücken. Die Religion, der Glaube können dabei helfen oder dies erschweren. Um dieses geglückte Leben geht es in den kommenden Evangelien. Zu Fronleichnam steht der Gedanke im Mittelpunkt, dass Gott mit den Menschen einen Bund schließt, dass er verspricht, alles zu tun, damit wir unser Leben als ein geglücktes erfahren können.
Die Frage, was man am Sabbat tun dürfe, ist für Jesus die Gelegenheit, davon zu sprechen, dass der Sabbat für den Menschen da sei, seiner Erholung und Reifung dienen soll und nicht umgekehrt. Was aber tun wir alles am Sonntag, was vielleicht nicht dem Leben dient?
Geglücktes Leben ist im Reich Gottes möglich. Womit also dieses Reich vergleichen? Das Reich Gottes ist wie ein Mann, der sät und erntet. Es gleicht auch einem Senfkorn.
Geglücktes Leben ist uns von Geburt an verheißen, weil jedes Kind die Zusage hat, geliebtes Kind Gottes zu sein, so wie dies bei Johannes dem Täufer in besonderer Weise der Fall war.
Der Glaube an Jesus Christus als dem Sohn Gottes heilt die unter Blutungen leidende Frau und die Tochter des Jaïrus, damit sie Leben haben und es in Fülle haben.
 

gesandt

Bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wird, sendet er die Jünger in die Welt, um das Evangelium zu verkünden und zu heilen. Die, die zum Glauben gekommen sind, werden Dämonen austreiben, von den Auswirkungen von Schlangenbissen und tödlichem Gift befreien und Kranke heilen können.
Die Verkündigungsfrage wird am nächsten Sonntag thematisiert. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass die Apostel für Judas Iskariot einen Nachfolger suchen, der mit ihnen den Dienst der Verkündigung übernimmt. Sie stellen Kriterien auf und erwählen Matthias. Im Evangelium bittet Jesu seinen Vater, die Apostel in der Wahrheit zu heiligen, denn sie sind in die Welt gesandt.
Am Pfingstsonntag wird die Stelle aus dem Johannesevangelium gelesen, in der Jesus die Apostel sendet, ihnen den Heiligen Geist „einhaucht“ und sie zur Sündenvergebung befähigt.
Am Dreifaltigkeitssonntag steht im Vordergrund der Sendung die Jüngerschaft. Die Apostel sollen alle Menschen sammeln und zu einer Gemeinschaft formen. Zeichen dieser Gemeinschaft ist die Taufe, Inhalt das Halten der Gebote Jesu.
Thematisch geht es also in diesen Evangeliumsstellen um die Sendung der Apostel, um zu heilen, zu verkünden, zu vergeben und zu sammeln. Anders ausgedrückt, Jeus sendet seine Jünger, dass sie Gemeinde bilden, dass sich Gemeinschaft bildet. Dafür sind Verwundungen zu heilen, ist die frohe Botschaft zu verkünden, um die eigene Sünden zu erkennen und von ihnen befreit zu werden, damit sich Gemeinschaft bilden kann.