Epistula

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Jesus muss nach seinem Tod und seiner Auferstehung den Jüngern immer wieder neu und anders kundtun, dass er noch immer dieser Jesus von Nazareth ist, wenngleich in einer neuen und anderen Weise. Sie können und wollen es nicht einfach verstehen, fehlt doch letzlich auch der Begriff. Was heißt Auferstehung. Wir lesen zu den Evangelien nicht die Apostelgeschichte, also die Erlebnisse der jungen Christengemeinschaft, die da und dort zur Gemeinde wird, sindern die Offenbarung.
Zunächst sind die Jünger voll Furcht und Jesu muss ihnen diese nehmen und zugleich klären, dass man an ihn glaben kann, ohne ihn in dieser neuen Weise gesehen zu haben. Thomas macht diese Erfahrung. In Gemeinschaft ob in der kleinen Schar der Jünger, oder in der zahllosen wie sie in der Offenbarung beschrieben wird, ist letzlich unbedeutend, ist es möglich, die Erkenntnisse und die Erfahrung zusammenzutragen.
Die Obsorge für die Herde inkludiert auch das Freigeben, ein Weiden-Lassen. Sorge und Freiheit werden zum neuen Kennzeichen des Auferstandenen.
Gott wird unter den Menschen Wohnung nehmen und für sie da sein. Er wird ihre Tränen trocknen, die der Freude und die des Schmerzes. Möglich ist dies nur, wenn man liebt. Diese Liebe wiederum ist das Kennzeichen von Leben in und mit Gott, realisiert im Auferstandenen.
Mit der Herrlichkeit Gottes, mit seiner Liebe ist alles möglich. sie erträgt Abwesenheit, sie hat als Gabe den Frieden und den Hl. Geist. Sie bereitet auf dass neue Leben nach Pfingsten vor.

Jesus, der Christus, muss all das immer wieder neu den Jüngern sagen, wir müssen es immer wieder neu an uns heranlassen, um es zu  verstehen. Nicht nur Gott offenabrt sich, auch wir werden offenbar.

Weg zum Leben

Der Weg nach Jerusalem ist für Jesus ein Weg, der zunächst in Gefangennnahme und Prozess mündet und schließlich zum Tod führt. Doch schließlich ist es ein Weg zum Leben. Der Gang nach Jerusalem erhält einen messianischen Einzug. Jesus schickt zwei seiner Jünger einen jungen Esel zu holen, auf dem er einreitet. Dass seine Jünger auch noch "Gesegnet sei der König" rufen, missfällt den Pharisäern sehr und sie wollen, dass Jesus das abstellt. Es ist deutlich, dass alles an der Kippe steht, sich eigentlich schon darüberneigt.

Am Palmsonntag lesen wir aus dem Lukasevangelium den Einzug, die Klageworte über Jerusalem, die Vertreibung der Händler aus dem Tempel und den Wunsch der Hohenpriester und Schriftgelehrten, Jesu umzubringen. Über dem Jubel der Jünger liegen schon die Schatten des Kommenden

Am Gründonnerstag beginnen wir mit der Bereitung des Pesachmahles. Dazwischen liegen bei Lukas einige auf das Ende hingerichtete Worte Jesu, der tagsüber lehrte und nachts am Ölberg betete. Auch durch ihn weerden die Schatten aufgezeigt. Der Beschluss Jesu umzubringen und der Verrat von Judas stehen direkt vor unserem Einstieg am Gründonnerstag. Der Weg nach Jerusalem erfüllt sich für den frommen Israeliten mit dem Mahl am Pesachfest. doch Jesus denkt weiter, merkt, dass seine Jünger nicht mitkommen, mit dem, was ihn bewegt, was seine Sendung ist und daher auch physisch in Distanz bleiben. Sie haben zunächst nicht teil an seinem weiteren Weg, auch wenn oder weil sie daneben-stehen, wie Petrus

Am Karfreitag nimmt alles seinen Lauf, bis zum bitteren Ende. Erst danach wird der Hauptmann Jesus als gerecht(gemachten) Menschen apostrophieren. und Josef  von Arimathäa ihm gerecht, weil er ihn bestattet.

Erst die Verkündigung der beiden Männern mit den leuchtenden Gewändern an die Frauen, dass Jesus auferstanden sei, dass er lebe und deshalb  nicht bei den Toten gesucht werden könne, hilft den Jüngern auf den Weg Jesu zurückzukehren und diesen als Weg zum (neuen) leben zu verstehen, aber das braucht noch viele Begegnungen Jesu mit ihnen.

Umkehr

Die Fastenzeit ist die Zeit der Einkehr, die Zeit in sich hineinzuhören, die Zeit in besonderer Weise auf Gott zu hören, um zur Umkehr zu kommen. Die Sonntagsgottesdienste stehen unter dem Thema Umkehr.
Am Aschermittwoch steht die (Selbst-)Verpflichtung im Vordergrund, die Zeit durch Fasten, Gebet, und (Almosen-)Geben zu verwenden. Am darauffolgenden Sonntag steht die Versuchung Jesu und unsere eigenen Versuchungen im Mittelpunkt. Man muss nicht jeder Versuchung erliegen. Wachsam darauf zu  achten, welche Versuchungen jede, jeder einzelne hat, kann uns helfen uns besser zu verstehen und zu klären, worauf wir in der Umkehr achten sollen.
Am 2. Fastensonntag wird Jesus verklärt, er erscheint in hellem weißem Licht. Doch Verklärung kann auch bedeuten, Geschehenes im Nachhinein besser sehen und darstellen zu wollen, als es eigentlich war. Wichtig ist also, sich dem ungeschminktem Sehen auszusetzen, vor den Realitäten nicht in eine heile Scheinwelt zu flüchten.
Die Umkehr ist für Jesus notwendig um nicht "umzukommen", um von Gott verschont zu werden. Im anschließenden Gleichnis vom Feigenbaum erbittet der Weingärtner eine Frist, dass sich  der Feigenbaum regenerieren und Früchte tragen kann. das ist tröstlich, gilt es doch auch uns.
Am 4. Fastensonntag ist das Gleichnis vom Barmherzigen Vater. Er versöhnt sich mit dem jüngeren Sohn, zugleich, vielleicht noch viel mehr braucht es auch die Versöhnung mit dem älteren Sohn. Es geht darum, mit sich und dem anderen ins Reine zu kommen. 
Der nächste Schritt ist die Vergebung. Sie impliziert auch, das Nicht-Mehr-Sündigen-Wollen. Keiner hat die Sünderin verurteilt, doch Jesus erwartet, dass sie von jetzt an nicht mehr sündigt. Welche Schritte setzen oder unterlassen wir, das unser Leben neu wird, wir umkehren? Umkehr geschieht im Herzen und zeigt sich im Leben.