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3. Sonntag der Osterzeit
Dom zu St. Jakob | Erstkommunion
Das Evangelium hat uns heute vom österlichen „Frühstück“ erzählt. Warum Frühstück? Weil es sich am Morgen, in der Morgendämmerung ereignet. Und es dauert ziemlich lange, bis den Jüngern „dämmert“, dass dieser Fremde am Ufer Jesus ist. Dazu drei kleine Gedanken, die auch mit uns zu tun haben: Enttäuscht, erwartet, beschenkt.
Enttäuscht
Der Szene am Ufer geht eine schreckliche Enttäuschung voraus. Die Jünger haben auf Jesus vertraut. Sie sind im nachgefolgt. Und dann das Kreuz. Alles aus. Alles fertig. Der Traum zerplatzt. Wie eine wunderschöne Seifenblase. Die Jünger sind enttäuscht.
Und sie beginnen wieder mit dem, was sie vor ihrer Begegnung mit Jesus getan haben. Sie waren Fischer und sie sind es wieder. Aber statt der Zwölf sind es jetzt nur mehr sieben, und sie fangen nichts. Alles umsonst.
Enttäuscht sein. Wer kennt das nicht? Kinder sind enttäuscht, wenn sie ein Geschenk nicht bekommen. Oder wenn die Eltern anders entscheiden, als sie es gerne hätten. Wir Erwachsene sind enttäuscht, wenn wir uns umsonst bemühen, wenn eine gute Freundschaft zerbricht, wenn ein Traum nicht in Erfüllung geht. Manchmal sind wir auch von Gott oder von der Kirche enttäuscht.
Was tut Jesus? Er lässt nicht locker. Er bleibt dran. Er steigt in die Enttäuschung „ein“. Er macht sichtbar, dass es „mehr“ gibt als die Enttäuschung. Er fängt immer wieder neu an. Auch heute bei der Erstkommunion. Mit den Kindern, und auch mit uns Erwachsenen.
Erwartet
Wenn wir das Wort „erwarten“ hören, dann denken wir an das, was andere von uns erwarten. Oder was wir uns von uns selbst erwarten. Und das ist immer sehr viel. Was wir nicht alles leisten und schaffen müssen! Der Druck der Erwartung lastet auf uns Erwachsenen, aber auch schon auf den Kindern. In der Schule, im Sport, in dem, was sie alles leisten müssen. Die Erwartungen überfordern uns.
Erwartung kann man aber auch anders verstehen. Wenn wir auf Jesus schauen, dann sehen wir, dass er die Jünger, die Seinen „erwartet“. Es ist also nicht davon die Rede, was er von ihnen erwartet, sondern dass er sie erwartet.
Jesus Christus erwartet uns. Wir sind erwartet. Das ist eine wunderbare Nachricht. Wir müssen nicht alles selber leisten und machen. Und diese Erwartung ist wie ein leiser Ruf in unserem Herzen. Den kennt jeder Mensch.
Jesus Christus erwartet dich. Komm zu ihm und schenke ihm deine Freundschaft! Antworte mit deiner Freundschaft! Pflege die Freundschaft mit ihm!
Beschenkt
Und nicht nur erwartet werden die Jünger, sondern dazu auch noch beschenkt. „Als die Jünger ans Ufer kommen, ist das Essen auf dem Kohlenfeuer schon bereitet. Sie müssen’s nicht machen, sie werden nicht mit ihrem eignen Erfolg abgespeist. Das, wovon wir letztlich leben, brauchen wir nicht selbst zu erarbeiten. Wir können es auch gar nicht.“[1]
Das ist das Tiefste, was unseren christlichen Glauben ausmacht: Dass wir von Gott beschenkte Menschen sind. Dass Gott in Vorlage geht. Dass er nicht wartet, bis wir oder bis alles perfekt ist. Dass er uns das Brot des Lebens reicht. Gott ist einer, der sich verschenkt. Weil er uns mag.
Wer das einmal verstanden oder innerlich erspürt hat, der wird ganz einfach antworten. Nämlich sagen: Danke! Die Dankbarkeit ist ein wunderbarer Weg zu Gott. Wenn wir danke sagen, dann sind wir schon auf dem Weg zu Gott.
Danke Jesus für den heutigen Tag. Danke für die lebendige Gemeinschaft. Danke für das Fest der Erstkommunion. Danke, dass du uns immer beschenkst.
Jakob Bürgler
[1] Franz Kamphaus, Tastender Glaube. Patmos 2017, 75-76.
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Datum: 19.04.2026
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