Auftauchen Jesu

Das öffentliche Wirken Jesu beginnt spät, sehr spät. Er ist bereits um die 30 Jahre alt. Plötzlich taucht er bei Johannes am Jordan auf, um sich taufen zu lassen. Im Markusevangelium sieht nur Jesus den Himmel offen und nur er hört die Stimme Gottes. Es scheint wie eine Selbstfindung, die ihm ermöglicht, von nun an – nach der Zeit in der Wüste – öffentlich aufzutreten. Am Beginn von Lebenswenden, ob Beruf oder Partnerschaften steht auch bei uns oft die Frage, wer und was bin ich, um dann mit dem Leben Antwort zu geben. Noch bevor Jesus Jünger findet, haben nach dem Johannesevangelium die Jünger des Johannes, einer von ihnen Andreas, ihn gefunden – als den Messias. Ob ihm das bei seiner Selbstfindung auch schon so bewusst war, wer er ist und für die Menschen sein wird? Nach Markus findet Jesus klassisch die Jünger, zuerst Simon Petrus und dann dessen Bruder Andreas. In diesen aufeinanderfolgenden Sonntagen thematisiert sich also das Suchen und das Sich-finden-lassen, das beide Male jeweils eine Antwort, eine Bestätigung des anderen erfordert. Als dann Jesus das erste Mal in der Synagoge saß und lehrte, erkennt ein unreiner Geist ihn als den Heiligen Gottes, als den, von dem alle Macht ausgeht. Der Dämon hat seinen Herrn gefunden und muss den Mann verlassen. Auch wir dürfen und sollen in Jesus den heilenden Gott finden. Das Auftauchen Jesu ist in den ersten 4 Sonntagen mit ist mit der Findung des Weges, des Auftrages, der Gefährten und des Wirkens verknüpft – Jesus Christus Messias für die Menschen.