Epistula

Wir haben unsere "epistula" von Print auf Online umgestellt. Hier finden sich regelmäßig Nachrichten aus der Unipfarre und die Veröffentlichung der aktuellen Predigtreihe. Dies hier ist aber auch ein Freiraum für eigene Beiträge. Wenn Du einen Text beitragen möchtest, ein Gebet, Gedanken, schreibe uns einfach an office@unipfarre.at

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Vom Reich Gottes

Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Wir werden uns vor der Kirche versammeln, die Palmzweige segnen und dann in einen kurzen Weg in die Kirche einziehen. Im Markusevangelium heißt es dazu „Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt“. Am Gründonnerstag hören wir von den Vorbereitungsarbeiten zum Pesachfest, erinnern uns der Einsetzung des Abendmahles und nehmen wahr, dass am Ende des jüdischen Pesachmahles Jesus sich zum Gebet am Ölberg zurückzieht. Dazwischen sind zwei Blöcke der Voraussage menschlichen Fehlens. Jesus sagt zum einen den Verrat voraus und zum anderen die Verleugnung durch Petrus. Das Gebet am Ölberg, Jesus ist bereit den Weg zu gehen, wenn der Vatter es will, und die Einsamkeit Jesu, obwohl seine Jünger dabei sind, erhält ihr Pendent im liturgisch sichtbar durch den leeren Altar und leeren Tabernakel. Am Karfreitag gedenken wir des Verrates, des Prozess und der Kreuzigung und halten Kreuzverehrung, damit sich das Reich Gottes auch erfüllt. Hier lesen wir die Passion nach Markus. In der Nacht zum Ostersonntag feiern wir Auferstehung. Die Frauen begegnen noch nicht Jesus, sie sprechen nur mit einemjungen Mann in weißem Gewand. Was ist nun? Erst am Ostersonntag wird thematisiert, was wir schon wissen: er, Jesus, ist auferstanden.

Emotionen

Da gehen die Emotionen hoch, verhalten zwar, doch erkennbar.
Am 3. Fastensonntag gibt es einen Text aus dem Buch Exodus in dem Gott am Berg Sinai zu Wort kommt, wie er den Israeliten den Eingottglauben einschärft. Als Begründung heißt es dann, „denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott. Dieses Thema wird in gewisser Weise im Evangelium aufgegriffen, wenn Jesus die Händler aus dem Tempel vertreibt und für sich die Macht über den Tempel beansprucht, den er in 3 Tagen wieder aufrichten will.
Das alles wird aufgrund der großen Liebe Gottes zur Welt geschehen, sodass er wegen und aus dieser Liebe seinen einzigen Sohn hingab. Das gilt es zu erkennen, so lesen wir im Evangelium des 4. Fastensonntags. Weil die Israeliten aber Gott nicht liebten, Gräueltaten vollbrachten und die Propheten und deren Mahnungen missachteten kam die Verbannung aus dem gelobten Land, kam die Herrschaft von Nebukadnézzar. Doch Gottes große Liebe erweckt den Geist des Königs Kyrus, um die Israeliten wieder zu einen, damit Gottes Wirken offenbar wird, wie es im Evangelium heißt.
Dem folgt am darauffolgenden Sonntag der Zuspruch Gottes durch den Propheten Jeremia: Ich werde ihr Gott sein, denn ich verzeihe ihnen die Schuld. Im Evangelium wird die emotionale Seite Jesu deutlich, jetzt ist seine Seele erschüttert. Die Stimme Gottes vom Himmel ist Zuspruch, Gott lässt Jesus, lässt uns nicht allein. Dieser Zuspruch, der Glaube an Gottes mächtiges Wirken lässt uns getrost auf die Kartage zugehen.
 

Auftauchen Jesu

Das öffentliche Wirken Jesu beginnt spät, sehr spät. Er ist bereits um die 30 Jahre alt. Plötzlich taucht er bei Johannes am Jordan auf, um sich taufen zu lassen. Im Markusevangelium sieht nur Jesus den Himmel offen und nur er hört die Stimme Gottes. Es scheint wie eine Selbstfindung, die ihm ermöglicht, von nun an – nach der Zeit in der Wüste – öffentlich aufzutreten. Am Beginn von Lebenswenden, ob Beruf oder Partnerschaften steht auch bei uns oft die Frage, wer und was bin ich, um dann mit dem Leben Antwort zu geben. Noch bevor Jesus Jünger findet, haben nach dem Johannesevangelium die Jünger des Johannes, einer von ihnen Andreas, ihn gefunden – als den Messias. Ob ihm das bei seiner Selbstfindung auch schon so bewusst war, wer er ist und für die Menschen sein wird? Nach Markus findet Jesus klassisch die Jünger, zuerst Simon Petrus und dann dessen Bruder Andreas. In diesen aufeinanderfolgenden Sonntagen thematisiert sich also das Suchen und das Sich-finden-lassen, das beide Male jeweils eine Antwort, eine Bestätigung des anderen erfordert. Als dann Jesus das erste Mal in der Synagoge saß und lehrte, erkennt ein unreiner Geist ihn als den Heiligen Gottes, als den, von dem alle Macht ausgeht. Der Dämon hat seinen Herrn gefunden und muss den Mann verlassen. Auch wir dürfen und sollen in Jesus den heilenden Gott finden. Das Auftauchen Jesu ist in den ersten 4 Sonntagen mit ist mit der Findung des Weges, des Auftrages, der Gefährten und des Wirkens verknüpft – Jesus Christus Messias für die Menschen.