Epistula

Wir haben unsere "epistula" von Print auf Online umgestellt. Hier finden sich regelmäßig Nachrichten aus der Unipfarre und die Veröffentlichung der aktuellen Predigtreihe. Dies hier ist aber auch ein Freiraum für eigene Beiträge. Wenn Du einen Text beitragen möchtest, ein Gebet, Gedanken, schreibe uns einfach an office@unipfarre.at

Willst Du einen epistula-Newsletter nachlesen? 
Jänner 2017, Februar 2017, Sondernummer 1, März 2017, April 2017, Mai/Juni 2017, September 2017, Oktober 2017, November 2017, Dezember 2017

Jänner 2018

KHJ

"Glauben - Mitgestalten - Gemeinschaft leben"

Wir sind eine Gruppe Studierender der Universitätspfarre, verbunden durch Freundschaft und Glaube. Wir bringen uns in das Gemeinschaftsleben der Pfarre durch Gestaltung von Roraten und Veranstaltung verschiedener Aktionen, wie Workshops oder offenen Diskussionsrunden ein. Wir machen gemeinsame Ausflüge - das traditionelle Törggelen im Herbst und einen Städtetrip im Sommer - und veranstalten Feste.

Das Zeichen der KHJ ist das Tau, es ist das Kreuzsymbol des Hl. Franziskus

Interesse mitzumachen? :) Einfach mit einer kurzen E-Mail melden:
matthias_hinteregger@a1.net (Obmann)

Unbestechlichkeit

Korruption wird uns über die Medien von fernen Ländern berichtet, manchmal auch vom eigenen Land. Es scheint eine Versuchung des Menschen zu sein, für ungerechtfertigte Dienste und Begünstigungen Geld oder anderes anzunehmen. Das gilt in unserer Zeit und war wohl zu Jesu Zeiten nicht anders. Jesus setzt dem die Haltung der Unbestechlichkeit entgegen.
Am kommenden Sonntag geht es um die Frage, für wen wir laufen, leben. Für Gott, für welchen? Beim Propheten Jesaja, sagt Gott, ich bin der Herr und sonst niemand. Die Pharisäer aber wollen von Jesus wissen, ob man dem Kaiser Steuern zahlen darf. Sollen sie Gott oder dem Kaiser dienen? Sind sie Söhne Gottes oder Untertanen des Kaisers? Die Antwort Jesu zeigt seine Unbestechlichkeit. Er lässt sich nicht in Versuchung führen.
Worin schaut nun ein Dienst aus? Am darauffolgenden Sonntag hören wir aus dem Buch Exodus praktische Verhaltensweisen, wie wir unbestechlich leben und handeln können. Als Richtschnur jeglichen Tuns wird uns im Evangelium von Jesus das dreifache Liebesgebot genannt. Ein reiner Dienst erscheint als ein Dienst, der dem anderen Wohl will und für sich selbst keine Erwartungen an Kompensationen weckt.
Zu Allerheilgen hören wir wie jedes Jahr die Seligpreisungen. Es geht um die reine Seele, oder wie es im Johannesbrief heißt, „wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden“. An einer reinen Seele prallen alle Versuchungen ab. Sie will sich auch nichts beweisen und muss sich auch nichts verdienen.
Am Sonntag danach geht es nochmals um die Frage, was man denn für sich nehmen will. Paulus schreibt nach Thessaloniki, dass er hart gearbeitet hat, um der Gemeinde nicht zur Last zu fallen. Das Thema des Ehrenamtes findet sich auch im Evangelium wieder. Ist es eine Ehre, den Menschen zu dienen, und hat man deshalb ein Anrecht einer herausgehobenen Position?
 

Ent-lohnung?

Die Vorsilbe „ent-“ deutet uns an, dass es um „weg“, „fort“ oder „heraus“ geht. Wir könnten bei Entlohnung die Konnotation mitdenken, dass hier etwas abgezahlt wird, dass man damit quitt wäre. Der eine gibt Arbeit, der andere Lohn für Stundenarbeit. Manchmal unterscheidet man zwischen Lohn bei Arbeitern und Gehalt bei Angestellten. Die einen sind durch das Geld aus dem Arbeitsvertrag draußen und erhalten dann einen neuen Vertrag, oder auch nicht, bei den anderen ist das Wort „halten“ inkludiert, man will den Mitarbeiter behalten.
In den 4 nächsten Sonntagsevangelien geht es um Formen von Lohn. Im Gleichnis des Verwalters, der sich Arbeiter für seinen Weinberg dingt, denken die einen an gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Der Verwalter, Gott hat ein anderes Denken, er will nicht auszahlen, sodass sie weg sind, er will sie an sich binden, theologisch, dass sie ewig bleiben.
Im Gleichnis der beiden Söhne, die vom Vater einen Auftrag bekommen und der eine sagt, er macht es, tut aber nichts, und der andere es ablehnt, aber dann doch tut, wird in der Auslegung Jesu deutlich, dass es nicht um ein vordergründiges Tun geht. Das würde bloß Entlohnung nach sich ziehen. Es geht um die Haltung des Verbundenbleibens mit dem Vater, den Aufgaben oder, wie es in der dazugehörenden Lesung des Propheten Ezechiel heißt, um das Bewahren des Lebens.
Die Pacht der Winzer, die sie dem Gutsherrn bezahlen sollten, wollen sie nicht leisten und sind zu jeder Gewalttat bereit. Der Gutsherr aber legt eine schier unendliche Geduld an den Tag. Auch hier scheint das Motiv der Entlohnung und dem des Behaltens gegenüberzustehen. Die Winzer wollen sich befreien, der Gutsherr sie binden. Das wird zum Bild für Gottes Geduld mit uns und unseren Schwächen, zum Bild für eine Liebe die weit vom Gedanken einer Entlohnbarkeit entfernt ist.
Die Gäste zum Hochzeitsmahl lohnen die Einladung nicht, sie erscheinen nicht, entschuldigen sich. Einer, der kommt, hat nicht die richtige Kleidung, nicht die Haltung. Vielleicht will er sich nur holen, von dem er denkt, dass es ihm zusteht: einen Entlohnung für das Kommen. Damit aber versteht er die Intention des Königs radikal falsch. Überfluss ist Gabe der Liebe und nicht Lohn.