Epistula

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Gemeinsam glauben

Die Jünger Jesu sind nach seiner Auferstehung gleichsam genötigt gemeinsam das Reich Gottes zu verkünden, ihren Glauben an den auferstandenen Herrn zu leben. Das zeigt sich schon bei der ersten Auferstehungsgeschichte. Thomas ist bei der ersten Begegnung nicht dabei. Er will hineingenommen sein in die Gemeinschaft und die Erfahrung der anderen und ebenfalls die Wundmale Jesu sehen. Im Bericht der Apostelgeschichte wird diese Gemeinschaft auch als wirtschaftliche Gemeinschaft der ersten Christen geschildert.
Jesu Begegnung mit seinen Jüngern nützt er immer wieder sie zu belehren, dass sich durch ihn die Schrift erfüllt. Das ist auch für Petrus in der Apostelgeschichte das Argument, warum er dem Volk Israels für die Tötung Jesu keinen Vorwurf macht: Unwissenheit und Erfüllung der Weissagung der Propheten.
Im Bild des guten Hirten sind es die Schafe, die ihn erkennen. Wieder wird deutlich, nicht das einzelne erkennt den Hirten, sondern die Gemeinschaft. Im Johannesbrief wird das Nicht-Erkennen der Christen durch die Welt damit begründet, dass sie Gott noch nicht erkannt hat, aber auch die Christen, obgleich sie sich als Kinder Gottes verstehen, noch nicht wissen, was sie sein werden. Erkenntnis Gottes wird durch seine Offenbarung am Tag aller Tage geschenkt.
Gemeinsam glauben, heißt mit Jesus verbunden zu sein, wie die Rebe am Weinstock. Dieses in „Christus Bleiben“ erfordert ein aktives Tun, halten dder Gebote, wie es im Johannesbrief heißt.
Am 6. Sonntag der Osterzeit erhalten die Jünger das ultimative Gebot: liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Gemeinsam glauben sie, einander lieben sie, von Jesus werden sie geliebt, den diese Liebe wiederum mit dem Vater verbindet.
 

Vom Reich Gottes

Am Palmsonntag feiern wir den Einzug Jesu in Jerusalem. Wir werden uns vor der Kirche versammeln, die Palmzweige segnen und dann in einen kurzen Weg in die Kirche einziehen. Im Markusevangelium heißt es dazu „Gesegnet sei das Reich unseres Vaters David, das nun kommt“. Am Gründonnerstag hören wir von den Vorbereitungsarbeiten zum Pesachfest, erinnern uns der Einsetzung des Abendmahles und nehmen wahr, dass am Ende des jüdischen Pesachmahles Jesus sich zum Gebet am Ölberg zurückzieht. Dazwischen sind zwei Blöcke der Voraussage menschlichen Fehlens. Jesus sagt zum einen den Verrat voraus und zum anderen die Verleugnung durch Petrus. Das Gebet am Ölberg, Jesus ist bereit den Weg zu gehen, wenn der Vatter es will, und die Einsamkeit Jesu, obwohl seine Jünger dabei sind, erhält ihr Pendent im liturgisch sichtbar durch den leeren Altar und leeren Tabernakel. Am Karfreitag gedenken wir des Verrates, des Prozess und der Kreuzigung und halten Kreuzverehrung, damit sich das Reich Gottes auch erfüllt. Hier lesen wir die Passion nach Markus. In der Nacht zum Ostersonntag feiern wir Auferstehung. Die Frauen begegnen noch nicht Jesus, sie sprechen nur mit einemjungen Mann in weißem Gewand. Was ist nun? Erst am Ostersonntag wird thematisiert, was wir schon wissen: er, Jesus, ist auferstanden.

Emotionen

Da gehen die Emotionen hoch, verhalten zwar, doch erkennbar.
Am 3. Fastensonntag gibt es einen Text aus dem Buch Exodus in dem Gott am Berg Sinai zu Wort kommt, wie er den Israeliten den Eingottglauben einschärft. Als Begründung heißt es dann, „denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott. Dieses Thema wird in gewisser Weise im Evangelium aufgegriffen, wenn Jesus die Händler aus dem Tempel vertreibt und für sich die Macht über den Tempel beansprucht, den er in 3 Tagen wieder aufrichten will.
Das alles wird aufgrund der großen Liebe Gottes zur Welt geschehen, sodass er wegen und aus dieser Liebe seinen einzigen Sohn hingab. Das gilt es zu erkennen, so lesen wir im Evangelium des 4. Fastensonntags. Weil die Israeliten aber Gott nicht liebten, Gräueltaten vollbrachten und die Propheten und deren Mahnungen missachteten kam die Verbannung aus dem gelobten Land, kam die Herrschaft von Nebukadnézzar. Doch Gottes große Liebe erweckt den Geist des Königs Kyrus, um die Israeliten wieder zu einen, damit Gottes Wirken offenbar wird, wie es im Evangelium heißt.
Dem folgt am darauffolgenden Sonntag der Zuspruch Gottes durch den Propheten Jeremia: Ich werde ihr Gott sein, denn ich verzeihe ihnen die Schuld. Im Evangelium wird die emotionale Seite Jesu deutlich, jetzt ist seine Seele erschüttert. Die Stimme Gottes vom Himmel ist Zuspruch, Gott lässt Jesus, lässt uns nicht allein. Dieser Zuspruch, der Glaube an Gottes mächtiges Wirken lässt uns getrost auf die Kartage zugehen.