Epistula

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Leben haben

Wir alle wollen leben, nicht nur gut (im Sinne von Wohlstand), sondern auch glücklich. Unser Leben soll glücken. Die Religion, der Glaube können dabei helfen oder dies erschweren. Um dieses geglückte Leben geht es in den kommenden Evangelien. Zu Fronleichnam steht der Gedanke im Mittelpunkt, dass Gott mit den Menschen einen Bund schließt, dass er verspricht, alles zu tun, damit wir unser Leben als ein geglücktes erfahren können.
Die Frage, was man am Sabbat tun dürfe, ist für Jesus die Gelegenheit, davon zu sprechen, dass der Sabbat für den Menschen da sei, seiner Erholung und Reifung dienen soll und nicht umgekehrt. Was aber tun wir alles am Sonntag, was vielleicht nicht dem Leben dient?
Geglücktes Leben ist im Reich Gottes möglich. Womit also dieses Reich vergleichen? Das Reich Gottes ist wie ein Mann, der sät und erntet. Es gleicht auch einem Senfkorn.
Geglücktes Leben ist uns von Geburt an verheißen, weil jedes Kind die Zusage hat, geliebtes Kind Gottes zu sein, so wie dies bei Johannes dem Täufer in besonderer Weise der Fall war.
Der Glaube an Jesus Christus als dem Sohn Gottes heilt die unter Blutungen leidende Frau und die Tochter des Jaïrus, damit sie Leben haben und es in Fülle haben.
 

gesandt

Bevor Jesus in den Himmel aufgenommen wird, sendet er die Jünger in die Welt, um das Evangelium zu verkünden und zu heilen. Die, die zum Glauben gekommen sind, werden Dämonen austreiben, von den Auswirkungen von Schlangenbissen und tödlichem Gift befreien und Kranke heilen können.
Die Verkündigungsfrage wird am nächsten Sonntag thematisiert. In der Apostelgeschichte wird berichtet, dass die Apostel für Judas Iskariot einen Nachfolger suchen, der mit ihnen den Dienst der Verkündigung übernimmt. Sie stellen Kriterien auf und erwählen Matthias. Im Evangelium bittet Jesu seinen Vater, die Apostel in der Wahrheit zu heiligen, denn sie sind in die Welt gesandt.
Am Pfingstsonntag wird die Stelle aus dem Johannesevangelium gelesen, in der Jesus die Apostel sendet, ihnen den Heiligen Geist „einhaucht“ und sie zur Sündenvergebung befähigt.
Am Dreifaltigkeitssonntag steht im Vordergrund der Sendung die Jüngerschaft. Die Apostel sollen alle Menschen sammeln und zu einer Gemeinschaft formen. Zeichen dieser Gemeinschaft ist die Taufe, Inhalt das Halten der Gebote Jesu.
Thematisch geht es also in diesen Evangeliumsstellen um die Sendung der Apostel, um zu heilen, zu verkünden, zu vergeben und zu sammeln. Anders ausgedrückt, Jeus sendet seine Jünger, dass sie Gemeinde bilden, dass sich Gemeinschaft bildet. Dafür sind Verwundungen zu heilen, ist die frohe Botschaft zu verkünden, um die eigene Sünden zu erkennen und von ihnen befreit zu werden, damit sich Gemeinschaft bilden kann.
 

Gemeinsam glauben

Die Jünger Jesu sind nach seiner Auferstehung gleichsam genötigt gemeinsam das Reich Gottes zu verkünden, ihren Glauben an den auferstandenen Herrn zu leben. Das zeigt sich schon bei der ersten Auferstehungsgeschichte. Thomas ist bei der ersten Begegnung nicht dabei. Er will hineingenommen sein in die Gemeinschaft und die Erfahrung der anderen und ebenfalls die Wundmale Jesu sehen. Im Bericht der Apostelgeschichte wird diese Gemeinschaft auch als wirtschaftliche Gemeinschaft der ersten Christen geschildert.
Jesu Begegnung mit seinen Jüngern nützt er immer wieder sie zu belehren, dass sich durch ihn die Schrift erfüllt. Das ist auch für Petrus in der Apostelgeschichte das Argument, warum er dem Volk Israels für die Tötung Jesu keinen Vorwurf macht: Unwissenheit und Erfüllung der Weissagung der Propheten.
Im Bild des guten Hirten sind es die Schafe, die ihn erkennen. Wieder wird deutlich, nicht das einzelne erkennt den Hirten, sondern die Gemeinschaft. Im Johannesbrief wird das Nicht-Erkennen der Christen durch die Welt damit begründet, dass sie Gott noch nicht erkannt hat, aber auch die Christen, obgleich sie sich als Kinder Gottes verstehen, noch nicht wissen, was sie sein werden. Erkenntnis Gottes wird durch seine Offenbarung am Tag aller Tage geschenkt.
Gemeinsam glauben, heißt mit Jesus verbunden zu sein, wie die Rebe am Weinstock. Dieses in „Christus Bleiben“ erfordert ein aktives Tun, halten dder Gebote, wie es im Johannesbrief heißt.
Am 6. Sonntag der Osterzeit erhalten die Jünger das ultimative Gebot: liebt einander, wie ich euch geliebt habe. Gemeinsam glauben sie, einander lieben sie, von Jesus werden sie geliebt, den diese Liebe wiederum mit dem Vater verbindet.